Wiesbaden bringt Erinnerungstafel für Marek Hłasko am ehemaligen Wohnhaus an

Wiesbaden bringt Erinnerungstafel für Marek Hłasko am ehemaligen Wohnhaus an
Wiesbaden bringt Erinnerungstafel für Marek Hłasko am ehemaligen Wohnhaus an | Bild: Stadtarchiv Wiesbaden

Am Haus Hauberrisserstraße 26 in Wiesbaden erinnert seit Kurzem eine Tafel an den polnischen Schriftsteller Marek Hłasko. Die Initiative ging vom Deutsch-Polnischen Verein Wiesbaden aus. Das Stadtarchiv Wiesbaden hat die durchaus schlichte Gedenktafel angefertigt. Anlass ist das in Polen ausgerufene Jahr von Marek Hłasko 2024, mit dem an sein literarisches Werk und seine Bedeutung erinnert wird.

Initiative und Gedenkzeichen

Der deutsch-polnische Verein brachte den Vorschlag zur Erinnerung an Hłasko ein, das Stadtarchiv setzte die Tafel um. Nach Angaben der Initiatoren soll die Würdigung an das literarische Vermächtnis des Autors erinnern. In Polen gilt Hłasko bis heute als eine prägende Figur der Nachkriegsliteratur.

Leben und Werk

Marek Jakub Hłasko wurde am 14. Januar 1934 in Warschau geboren. Seine Kindheit war von schwierigen Familienverhältnissen und dem Zweiten Weltkrieg geprägt. 1949 begann er eine Lehre in Warschau, die er jedoch nicht beendete. 1952 arbeitete er als Arbeiterkorrespondent für die polnische Tageszeitung Trybuna Ludu. Ein Jahr später erhielt er ein Stipendium des Polnischen Schriftstellerverbands, und 1954 erschien sein erstes Buch.

International bekannt wurde Hłasko insbesondere durch seinen Erzählband Der erste Schritt in den Wolken. Mehrere seiner Werke wurden verfilmt. Bei Dreharbeiten zu dem Film Der achte Wochentag lernte er die deutsche Schauspielerin Sonja Ziemann kennen; die beiden heirateten später. 1958 erhielt er den Preis der Polnischen Verleger.

Exil, Tod und Nachwirkung

Wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der polnischen Regierung und dem Sozialismus geriet Hłasko in Konflikt mit den Behörden. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt wurde ihm die Rückkehr nach Polen verweigert. In den folgenden Jahren lebte er unter anderem in West Berlin, Israel, der Schweiz und den Vereinigten Staaten.

1969 reiste Hłasko nach Wiesbaden, um mit einem Filmproduzenten zu sprechen. Am 14. Juni 1969 starb er in der Landeshauptstadt in dem Haus Hauberrisserstraße 26. Ein symbolisches Grab befindet sich auf dem Wiesbadener Südfriedhof. 1975 wurden seine sterblichen Überreste nach Warschau überführt und dort beigesetzt.

Die nun angebrachte Tafel in Wiesbaden soll an diese Lebens- und Schaffensstation erinnern und die lokale Verbindung zu einem Schriftsteller sichtbar machen, der in Polen bis heute eine starke literarische Resonanz besitzt.

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